Am 03. Oktober jährt sich die Deutsche Wiedervereinigung zum 35. Mal. Zu diesem Anlass haben die Schlossfreunde Bevern den Stadtoldendorfer Autor Ernst. R. Schaffer eingeladen, dessen neuer Roman „Heimatwechsel“ den Umbruch der Jahre 1989/90 zum Thema hat. Am Tag der Deutschen Einheit liest Schaffer um 17.00 Uhr in der Beveraner Schlosskapelle aus seinem Buch. 35 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es immer noch große Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern: Das Lohnniveau ist im Osten niedriger, bei den Führungskräften in Wirtschaft und Politik sind die Ostdeutschen unterrepräsentiert, dafür ist dort die Unzufriedenheit größer, es herrscht ein anderes Demokratieverständnis und die radikalen Parteien sind im Osten deutlich stärker als im Westen – woran liegt das?
Nun werden Romane nicht geschrieben, um geschichtliche oder politische Fragen zu beantworten. Doch gut erzählte Geschichten sind immer verwurzelt in ihrer Zeit und in ihrem Umfeld. Sie eröffnen durch genaue Betrachtung, durch Perspektivwechsel und Reflexionen einen neuen Zugang, dadurch wird einiges verständlicher. Auf der Leipziger Buchmesse honorierten Leser aus den neuen Bundesländern, dass sich ein West-Autor für das Thema interessiert. Für einige Leser aus dem Westen war der „Heimatwechsel“ ein Anlass, sich erstmals intensiver mit der Deutschen Teilung, mit dem Leben in der DDR und dem Mauerfall zu beschäftigen.
Dabei wollte Schaffer einfach nur eine spannende Geschichte wiedergeben, die ihm ein Bekannter erzählt hatte: dessen Flucht aus der DDR in die BRD. Dank langer und ausgiebiger Recherchen entstand so nebenbei das Panorama eines untergegangenen Staates. Auch die Herausforderungen, vor denen die Geflüchteten im Westen standen, ebenso wie die Probleme und Befindlichkeiten der Ostbürger, die sich von einem Jahr aufs andere auf ein völlig neues Leben einstellen mussten, schildert „Heimatwechsel‘“ facettenreich.
In seiner „Einheitslesung“ wird Schaffer Szenen rund um den Mauerfall und den darauffolgenden Umbruch lesen. Der Eintritt zur Lesung ist frei. Über Spenden würden sich alle Beteiligten jedoch freuen.