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Ein besonderes Erlebnis in Holzminden ist der Duftende Stadtrundgang. Hier erfahren Sie nicht nur viel Interessantes über Düfte und Aromen, auch die Holzmindener Stadtgeschichte wird Ihnen auf den Infotafeln der Dufstelen näher gebracht.   

Im folgenden finden Sie die jeweiligen Beschreibungen der Duftstelen des duftenden Stadtrundgangs durch Holzminden.

Ein Teil des innenstadtnahen Rundgangs wurde durch ein in den Boden eingelassenes, blau-weißes Band verbunden, zu diesen 7 Duftstelen gibt es eine .pdf-Datei, die Sie sich auf Ihren Computer herunterladen und ausdrucken können. Die Datei finden Sie hier:

PDF des duftenden Stadtrundgang - DOWNLOAD

Der Rundgang ist barrierefrei und behindertengerecht aufgebaut.

Allgemeines zum Rundgang

Der duftende Stadtrundgang - ein duft(end)es Besucherleitsystem

mt_ignore:In Altendorf - Eine Sonnenblume und im Hintergrund eine Industrieanlage - Bild Bjoern SchraderEin Besucherleitsystem gehört heute für Städte, die im Tourismussektor erfolgreich sein wollen, zum Pflichtprogramm. Doch was macht ein gutes Leitsystem aus? Selbstverständlich soll es den Besucher über die Geschichte der Stadt informieren und ihm die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten näherbringen. Den Bürgern soll es die Möglichkeit geben, ihr Wissen über Holzminden zu vertiefen und die Identifikation mit ihrer Heimatstadt zu verstärken. Doch Informationen wollen auch attraktiv vermittelt werden, weshalb sich das Charakteristische einer Stadt auch in diesem Leitsystem widerspiegeln muss.
Einzigartig für Holzminden sind die wirtschaftliche Entwicklung und der Aufbau einer noch relativ jungen Industrie, die ausgehend von Holzminden mit der Produktion von Riech- und Geschmackstoffen einen weltweiten Markt erobert hat. Die Geschichte der Stadt Holzminden ist eng mit der Firmengeschichte der ehemaligen Firmen Haarmann & Reimer sowie Dragoco verbunden. Ihre Existenz hat die wirtschaftliche Entwicklung in Holzminden maßgeblich geprägt. Gemeinsam begleiten Sie nun unter dem Namen Symrise die Entwicklung unserer Stadt. Holzminden bleibt so das Zentrum der deutschen Duft- und Geschmackstoffindustrie.

Deshalb hat sich Holzminden – die „Stadt der Düfte und Aromen“ – bei der Präsentation seiner Zeugnisse der Geschichte auch auf dieses Thema bezogen. An 18 Duftstelen werden dem Besucher und den Bürgern sowohl interessante Informationen zum jeweiligen Standort wie auch über Düfte und Aromen vermittelt. Besonders ist aber nicht nur der Informationsgehalt, sondern auch die Art und Weise der Präsentation, denn Sie können die Stadt Holzminden „Immer der Nase nach“ erkunden. Jede Duftstele ist mit einem speziellen Duftstoff ausgestattet, der in einer besonderen Beziehung zur Produktion der Firma Symrise steht. Denn auch wenn diese Tatsache beim Endverbraucher weitgehend unbekannt ist, kommen die Menschen tagtäglich mit „Grundstoffen“ aus Holzminden in Berührung. Sei es beim Zähneputzen, Wäsche waschen, der Körperpflege, beim Verzehr von Lebensmitteln oder dem Auftragen eines feinen Parfüms – meistens ist auch ein Stück Holzminden dabei.

1. Der Duft Ouvertüre

Der Duft Ouvertüre

Duft Ouvertüre

Der Duft „Ouvertüre“ ist eine dynamische, moderne Duftkomposition, die feminine und maskuline Elemente mit typischen Impressionen des Weserberglandes wie Wald, Wasser und Natur vereint.

Der Auftakt der betont frischen Komposition ist geprägt von agrumigen Komponenten wie Bergamotte, Zitrone und grün-waldigen Noten. Den Mittelteil bilden blumige Bestandteile: Maiglöckchen, Orchideen, Veilchen, Rose und Rapsblüten. Abgerundet und gehalten wird die Komposition von einem natürlich anmutenden, edlen Holz-Amber-Moschus-Fond.

(Parfümeur: Karl Heinz Bork, Holzminden)

Den Duft erhalten Sie im Stadtmarketing-Büro am Markt 2.

2. Vanillin | FH HAWK

Die Fachhochschule

Detail einer Figur an der FH HAWKIm Winter 1831/32 begann Kreisbaumeister Friedrich Ludwig Haarmann mit Kursen für angehende Bauhandwerker. Daraus entwickelte sich die Holzmindener Baugewerkschule, jetzt aufgegangen in der Fachhochschule Hildesheim-Holzminden-Göttingen. Gegenwärtig befinden sich in Holzminden ein Teil der Fakultät Bauwesen sowie das Institut für Chemie, ab WS 2003/04 auch ein Teil der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit.

Grundsteinlegung des heutigen Gebäudes am 25. April 1898 (100. Geburtstag F. L. Haarmanns); Einweihung 16. August 1902. Ursprünglich historistisches Gebäude mit verzierten Giebeln nach einem Entwurf des Architekten Karl Opitz, Holzminden. 1945 ausgebrannt, wurde die Schule in schlichten Formen wieder aufgebaut. An der Fassade überlebensgroße Darstellungen eines Zimmermanns und eines Maurers als Vertreter der wichtigsten Bauhandwerker. Im Inneren ein glasgedeckter Lichthof mit umlaufenden Gängen in allen Stockwerken.

Darstellung einer VanillepflanzeDas Vanillin

Die Vanillepflanze gehört zur Pflanzenfamilie der Orchideen, die über die ganze Welt verbreitet sind. Die Gattung Vanille umfaßt 110 Arten, von denen weniger als 20 aromatische Früchte tragen. Ökonomisch ausgenutzt und in großem Ausmaß kultiviert wird aber fast ausschließlich Vanilla planifolia.

Ihre Frucht gehört zu den erlesensten Gewürzen. Obwohl zahlreiche Arten der Orchideen duftende Blüten zur Schau stellen, haben diese, außer der Vanille, keinen parfümistischen Wert.

Hauptanbaugebiete sind die Westindischen Inseln, Brasilien, Réunion, Mauritius, Java, Madagaskar, die Seychellen, Tahiti und Sansibar.

Die Vanillepflanze ist ein kletternder, schlingpflanzenartiger Epiphyt und besitzt einen mehrere Meter langen Stamm mit fleischigen Blättern. Ihre Frucht ist eine etwa 15 cm lange Schote. Die frischen Früchte sind geruchslos. Der Duftträger „Vanillin“ bildet sich erst nach langer Lagerung durch einen Fermentationsprozess. In der Parfümerie wird ein Vanille-Absolue durch Extraktion mit organischen Lösungsmitteln gewonnen.

Der Vanilleduft läßt sich als warm, süß-balsamisch beschreiben.

Neben dem Naturprodukt werden in der Parfümerie synthetisch hergestelltes naturidentisches Vanillin und das künstliche Ethylvanillin verarbeitet.

Im Jahre 1874 gelang dem jungen, aus Holzminden gebürtigen Chemiker Dr. Wilhelm Haarmann die Synthese von Vanillin aus dem Rindensaft von Fichten. Das war der Start der Duft- und Geschmackstoffindustrie hier vor Ort und beantwortet zumindest teilweise die Frage, wie der Duft nach Holzminden kam.

3. Lavendel | Haarmann-Denkmal

Haarmann-Denkmal

Friedrich Ludwig Haarman - Denkmal in HolzmindenFriedrich Ludwig Haarmann (1798 - 1864); Standbild des Gründers der Baugewerkschule aus Eisen mit Kupferüberzug; eingeweiht am 4. Januar 1869. Entwurf und Modell von Gustav Kapser, Holzminden, geänderte Ausführung von G. Heyberger, Stuttgart.

Südöstlich des Denkmals der Untere Teich als einer von drei im 18. Jahrhundert angelegten Teichen, gespeist von der Holzminde. Die Teiche dienten als Stauwerke für mehrere Mühlen und Industriebetriebe. Zu letzteren gehörte die Mitte des 18. Jahrhunderts angelegte Eisenhütte, in der allerdings nach einer kurzen Versuchsphase nur noch fremdes Roheisen weiterverarbeitet wurde. Die sog. Unterhütte stand auf dem Platz des heutigen Gebäudes der Fachhochschule. Unterer und Mittlerer Teich sind umrahmt von einer kleinen Parkanlage, die allmählich im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstand. Der Rest des Oberen Teiches befindet sich auf dem Werksgelände der Firma „symrise“.

Darstellung einer LavendelpflanzeLavendel

Lavendel ist ein kleiner, immergrüner Halbstrauch. Er existiert in zahlreichen Varianten, die sich morphologisch und in der Zusammensetzung des dazugehörigen ätherischen Öls unterscheiden. Als offizielles Öl wird dasjenige der wildwachsenden Variation delphinensis bezeichnet.

Er ist heimisch im gesamten Mittelmeerraum und wird in den französischen und italienischen Seealpen sowie auf dem Balkan, in Rußland, Australien und England kultiviert. Sein Name leitet sich aus dem Lateinischen lavare ab.

Die Parfümölindustrie verwendet das aus Lavandula officinalis destillierte Lavendelöl, das von Lavandula latifolia vill. stammende Spiköl und das aus der Hybride beider Pflanzen Lavandula hybrida gewonnene Lavandinöl.

Zur Gewinnung von 1 kg Lavendelöl benötigt man je nach Provenienz bis zu 100 kg Ausgangsmaterial.

Die Lavendelöle werden durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Stengeln und Blütenrispen gewonnen. Der Duft läßt sich als typisch süß-balsamischer, kräuterartiger Duft mit blumig-waldiger Unterlage beschreiben.

In der Medizin schreibt man dem Lavendel beruhigende Eigenschaften zu. Blätter und Blüten wurden bereits von den Römern zur Beduftung ihrer Bäder verwendet.

4. Zitrusfrüchte | Reichspräsidentenhaus

Reichspräsidentenhaus

Am Anfang stand 1927 die Idee des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, dem verstorbenen Reichspräsidenten Ebert sowie den ermordeten Ministern Erzberger und Rathenau einen Gedenkstein zu errichten. Allmählich wandelten die Planungen sich auf Anregung der Stadtverwaltung dahingehend, daß ein Gebäude mit Jugendheim und zwei Wohnungen für Kriegshinterbliebene entstehen sollte als ein parteiübergreifendes Monument zur allgemeinen Ehrung der Institution des Reichspräsidenten. Als Torhaus überbrückte es den 1910 entstandenen Straßendurchbruch zwischen Altstadt und Hafendamm. Die Planung übernahmen Studienrat Walther Schrader und Stadtbaurat Leopold Scherman. Schon im September 1928 zerbrach die politische Einigkeit der beteiligten Gruppierungen mit dem Rückzug des Stahlhelms; dennoch konnte am 6. September 1929 das „Reichspräsidentenhaus“ eingeweiht werden. Die Inschrift in der Durchfahrt wandelte sich mehrfach, dem jeweils herrschenden politischen Wind entsprechend – zunächst 1933. Ihre letzte Ergänzung fand sie im Jahre 1990.
Das Glockenspiel mit dem „Meisterumzug“ der Absolventen der Fachhochschule, geschaffen durch den Bildhauer Hasso Korn-Hohenhau, wurde am 22. Oktober 1961 der Öffentlichkeit übergeben. (Meisterumzug 9, 12, 15 u. 18 Uhr).

Darstellung einer MandarineZitrusfrüchte

Zitrusfrüchte gehören zu der Familie der Rautengewächse. Die Bäume sind in Asien und Australien heimisch, aber auch weit verbreitet in allen wärmeren Gebieten der ganzen Erde wie z.B. dem Mittelmeerraum, Brasilien, USA, Argentinien und Westafrika. Zu den Zitrusfrüchten gehören neben der Pampelmuse (Grapefruit) die Mandarine, die Zitrone, die Apfelsine (Orange) u.a.

Die Zitrusöle werden durch Auspressen der reifen Fruchtschalen oder durch Wasserdampfdestillation bzw. Extraktion der Blüten (Orangenblüten-Absolue) gewonnen.
Der Duft des Mandarinenöles läßt sich als strahlender, frischer, typischer Duft mit leichter Süße beschreiben.

Bei den Zitrusfrüchten schwanken die Ausbeuten abhängig von Ursprung, Reifegrad und Verarbeitungsart.
Zur Gewinnung von 1 kg Öl durch maschinelles Kaltpressen der äußeren Fruchtschalen benötigt man zwei bis drei Tonnen Ausgangsmaterial.Dem Mandarinenöl werden in der Medizin belebende, blutreinigende, erfrischende und antidepressive Wirkungen zugeschrieben.

5. Kamille | Tilly-Haus

Tilly-Haus

Tilly-Haus in HolzmindenSeinen Namen erhielt dieses Gebäude, weil der Sage nach in ihm während des Dreißigjährigen Krieges der Feldherr Tilly übernachtet haben soll – was allerdings nicht belegt werden kann. Interessant an dem mehrfach umgebauten Haus ist das eindrucksvolle, inschriftlich auf 1609 datierte Renaissanceportal. Dieses Datum dokumentiert allerdings nur die Aufstellung des Hauses in Holzminden: Zuvor stand es in Bevern, vermutlich im Bereich des heutigen Schloßareals. Naturwissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß die Eichen des Dachgebälks bereits zwischen 1550 und 1558 gefällt wurden.

In der Nähe des Hauses die Weserbrücke. Nachdem eine 1885 fertiggestellte älteste Brücke Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt worden war, konnte am 14. Oktober 1950 ein Neubau eingeweiht werden. Er präsentierte sich im typischen Stil der Zeit mit einer Tragkonstruktion aus Stahlblechträgern; die Brückenoberkante wurde als flacher Kreisbogen konstruiert. Die 2000/2001 gebaute jetzige Brücke greift diese Gestaltungselemente wieder auf.

Pfeiler der Brüstungsmauern tragen ein Pferd (aus den Landeswappen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) sowie einen Keiler (als bodenständiges Tier aus dem Solling): Bronzegüsse nach Modellen des Bildhauers Lorenz Zilken, Höxter-Corvey.

An der Durchfahrt der Hafenbahn finden sich Markierungen des Wasserstandes verschiedener Hochwasser der vergangenen Jahrzehnte. (Weitere Hochwassermarken sind an den Gebäuden Johannismarkt 1 und Weserstraße 5 zu sehen.)

Darstellung einer KamillepflanzeKamille

Die Kamille gehört zu der Gattung der Korbblütler. Die echte Kamille wächst auf Äckern und hat kegelförmige, weißgelbe Blütenkörbe. Sie wird in Deutschland, Ungarn und Ägypten kultiviert.

Das Kamillenöl „deutsch blau“ wird durch Wasserdampfdestillation aus der Blüte gewonnen und ist bläulich bis blaugrün und dickflüssig. Der Duft wird als typisch, fast betäubend süß, kräuterartig mit frischfruchtigem, an Kakao erinnerndem Unterton beschrieben.

Das Kamillenöl „römisch“ kommt auch in England, Frankreich, Ungarn und auf dem Balkan vor und ist schwach gelblich. Es wird neben der Destillation der Blüten auch aus der ganzen Pflanze gewonnen. Der Duft läßt sich als frisch, süß, kräuterartig mit fruchtigen, teeartigen Nuancen beschreiben.

In der Medizin wird der Kamille schmerzstillende, krampflösende, entzündungshemmende, beruhigende, schweißtreibende, fiebersenkende und wundheilende Wirkung zugeschrieben.

6. Bratzwiebel | Altes Pfarrhaus

Altes Pfarrhaus

Ehemaliges Querdielenhaus mit zweigeschossiger Utlucht an der Nordseite, inschriftlich datiert 1662. Städtebaulich hervorgehoben durch die exponierte Lage direkt an der Weser. Zeitweise Wohnung des Pastors der Lutherkirche. Obergeschoß und Dachgeschosse vorkragend. Teilweise erneuert, insbesondere die gesamte Giebelfront zur Weser.

Die Jugendherberge wurde in Bauabschnitten ab 1951 errichtet; Einweihung 22. April 1955. Architekten: (in der Anfangsphase:) Rudolf Simon, Hameln; Paul Grütz, Holzminden. Auf dem Standort der längst verschwundenen Eversteiner Burg errichtet, soll der Turm an jene erinnern.

An der Wand neben dem Turm farbig das Wappen der Stadt Holzminden in seiner heutigen, seit dem Jahre 1905 bestehenden Form. Es zeigt eine Palisade (Holzminden besaß im Mittelalter keine Stadtmauer) mit drei Türmen; im Tor des mittleren Turmes ist der Eversteiner Löwe zu sehen als Erinnerung an die Grafen von Everstein, welche Holzminden einst das Stadtrecht verliehen. Die Stadtfarben sind seit 1905: weiß-blau.

Südlich der Jugendherberge der Rest des 1837 auf Kosten der Sollinger Steinbruchskasse angelegten Hafens. Bei Trassierung des jetzigen Hafenbahngleises mußte ein Teil des Hafens zugeschüttet werden.

Darstellung einer ZwiebelBratzwiebel

Die Zwiebel gehört zur Familie der Liliengewächse. Zu ihrer Verwandtschaft zählen der wilde Bärlauch, der Weinberglauch und der wilde Schnittlauch. Kultivierte Abkömmlinge sind der Knoblauch, die Schalotte und der Lauch.

Die Zwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen, ihr Geburtsort liegt in den Gebirgen und Steppen Ost- und Mittelasiens, von wo aus sie über den Orient in den Mittelmeerraum gelangte.

Zwiebeln werden als aromagebende Zutat im häuslichen Gebrauch meist frisch verwendet. Bei der industriellen Verwendung ist der Einsatz von rohen und getrockneten Zwiebeln nur bedingt möglich. Daher wurde die Entwicklung von Zwiebelaroma notwendig.

Bereits 1951 wurde von der damaligen Firma Dragoco ein Frischzwiebel-Extrakt hergestellt. Hierzu wurde der Frischzwiebelsaft durch Dünnschichtverdampfung eingedickt.

Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurden Roh- und Bratzwiebelaroma entwickelt. Seit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre wird in Holzminden Bratzwiebelaroma in einer Vakuumtrocknungsanlage hergestellt.

Dabei wird der Zwiebelsaft in drei Konzentrationsschritten im Vakuum ca. achtfach konzentriert. Das anfallende Kondensat wird mit Hilfe einer Rektifikationskolonne konzentriert und zur Zwiebelölgewinnung eingesetzt.

In der Medizin wird der Zwiebel magen- und herzschützende Wirkung nachgesagt. Ihr Verzehr soll vor Thrombosen und Infarkten bewahren, gegen Erkältungen vorbeugen und sogar bei Haarausfall helfen.

7. Thymian | Wrisbergscher Hof

Wrisbergscher Hof

Der seiner Restaurierung harrende Wrisbergsche Hof ist der einzige noch erhaltene Adelshof der Stadt Holzminden. Seinen Namen trägt er nach früheren Besitzern aus der Familie von Wrisberg in Wrisbergholzen. Das verbliebene Haupthaus stammt aus dem späten 17. Jahrhundert.

Wenige Meter nördlich an der Schulstraße das ehemalige Gebäude des Gymnasiums, die jetzige „Schule an der Weser“. Grundsteinlegung 21. Juli 1824; Einweihung 28. September 1826. Klassizistisches Gebäude nach einem Entwurf des Kammerbauinspektors Karl Liebau (1780 - 1842). Verputzter Massivbau aus Sollingsandstein. Die Fassade an der Weserstraße wird beherrscht von dem übergiebelten Mittelrisalit, verziert mit einem Arabesken-Fries. Die ehemalige Inschrift DEO ET LITTERIS [Gott und den Wissenschaften (geweiht)] wurde schon um 1900 entfernt. Eingänge auf der Hofseite; dort auch eine lange Inschrift. Im Dachgeschoß befanden sich ursprünglich die Wohnungen für zehn Stipendiaten.

Verschiedene bedeutende Persönlichkeiten waren im Laufe der Jahrhunderte Schüler des Holzmindener Gymnasiums: Eine Bronzetafel erinnert an den Chemiker Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899), der 1825 bis 1828 diese Schule besuchte. Zu erwähnen ist ebenfalls der Pädagoge, Sprachforscher, Schriftsteller und Verleger Joachim Heinrich Campe (1746-1818), geboren in dem bei Holzminden gelegenen Dorf Deensen – das heutige Gymnasium in Holzminden trägt seinen Namen.

Darstellung einer ThymianpflanzeThymian

Thymian gehört zu der Familie der Lippenblütler. Er ist in Südeuropa sowie im gesamten Mittelmeerraum beheimatet und wird auch in den USA kultiviert. Der bis zu 30 cm hohe Halbstrauch besitzt lange, lineal bis langzettlige Blätter, die nach unten eingerollt sind, und rosa Blüten.

Das Thymianöl wird durch Wasserdampfdestillation aus der ganzen Pflanze gewonnen.

Zur Gewinnung von 1 kg Thymianöl benötigt man, abhängig von Provenienz und Herstellungsverfahren, ca. 100 kg Pflanzenmaterial.

Sein Duft ist extrem stark, sehr charakteristisch, krautig-süß und würzig.

In der Medizin wird dem Thymian anregende, desinfizierende, appetitanregende, blutdruckerhöhende, krampflösende und magenstärkende Wirkung zugeschrieben.

8. Salbei | Weserkai

Der Weserkai

Der Weserkai diente früher als Verladestandort für Holz und Steine. Hier wurden auch die Holzflöße hergestellt. Mit dem Bau des großen Getreidespeichers in den 30er Jahren wurde vorwiegend mit Schiffen und Bahn Getreide über den Weserkai transportiert. Im Bereich der Weser-straße befand sich bis zur Neuerstellung der Weserbrücke im Jahr 1950 auch die Anlegestelle für die Flußfähre .

Darstellung einer SalbeipflanzeSalbei

In unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Garten der „Düfte und Sinne“ haben stark riechende Gewürz- und Heilpflanzen ihren rechten Platz.
Die Salbeipflanze ist beheimatet im südöstlichen Raum (Dalmatien, Ex-Jugoslawien) und im gesamten Mittel-meerraum (speziell in Spanien). Sie kommt dort wildwachsend, aber auch kultiviert vor.Salbei ist ein 20- 30 cm hoher Halbstrauch mit eiförmigen, oberseitig graugrünen und unterseits weißfilzig behaarten Blättern und gehört zur Familie der Lippenblütler, wie Rosmarin, Basilikum, Pfefferminze, Krauseminze.

Das Öl wird durch Wasserdampfdestillation des Krautes gewonnen. Es unterscheidet sich bei den Hauptvarianten (dalmatinisch und spanisch) deutlich in der Zusammen-setzung und somit auch im Geruch. Während das dalmatinische Salbeiöl frisch-würzig, kräuter- und campherartig riecht, kommt beim spanischen noch ein eucalyptusartiger, leicht medizinischer Unterton hinzu.

Auch die Ausbeuten differieren zwischen 1-2%  zu  0,8-2%.

In der Parfümerie werden Salbeiöle in allen krautigen Noten bis hin zu Herrendüften eingesetzt.

In der Heilkunde werden ihnen antiseptische, pilztötende, und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben und deshalb werden sie eingesetzt in Spül- und Gurgelmittel für Mundhöhle und Rachenraum. Verwendung finden sie aber auch in der Spirituosen Industrie.

Quelle: Fa. Drom, Baierbrunn; H+R Lexikon Duftbausteine

9. Apfel | Alte Mühle

Kolk / Alte Mühle

Das Wort „Kolk“ bezeichnet einen versumpften Teich, der sich hier einst befand. In ihn mündete das Wasser des durch Oberbach- und Unterbachstraße fließenden Mühlengrabens, bevor es in die Weser floß. Damals stand hier die sog. Fetkötersche Mühle. Die heutige Bebauung stammt aus dem Jahre 1987.

Der große, den Weserkai beherrschende Speicher entstand 1940/41 im Zusammenhang einer 1938 einsetzenden reichsweiten Planung für Getreidespeicher. Architekt Prof. E. Fahrenkamp, Berlin/Düsseldorf. Angesichts der Lage direkt an der Altstadt seinerzeit sorgfältige Planung der Fassadengestaltung; Dachdeckung mit den ortsüblichen Sandsteinplatten.

In der Straße Goldener Winkel das „Raabe-Haus“. Hier verbrachte der 1831 in Eschershausen geborene Schriftsteller Wilhelm Raabe im Haus Nr. 3 einen Teil seiner Kindheit.

Ein ApfelApfel

Es gibt unzählige Apfelsorten auf der Welt, große und kleine, rote, gelbe und grüne, mit glatter, glänzender Schale oder solcher mit matter, stumpfer. Es gibt sie saftig und süß schmeckend, aber auch in säuerlich herben Varianten. Eine breite Palette, für jeden Geschmack etwas.

Alle haben also ihren individuellen Geruch und Geschmack. Eines jedoch haben sie gemeinsam. Aus Äpfeln ist kein für den Parfümeur verwendbarer natürlicher Rohstoff herstellbar. Das ist ganz anders als bei vielen anderen Früchten, wie z.B. den Südfrüchten.

Immer, wenn etwas nach Apfel riecht, aber kein Apfel ist, hat ein Parfümeur seine Nase im Spiel. Mit geschultem Sinnesorgan, profunden Produktkenntnissen und langjähriger Erfahrung ist er in der Lage, das Duftbild jeder Apfelsorte nachzustellen.

Dazu benötigt er bis zu 60 Einzelstoffe in den unterschiedlichsten Konzentrationen.

10. Anis | Raabe-Brunnen

Raabe-Brunnen

Raabe-Brunnen in HolzmindenDer an Wilhelm Raabe erinnernde Brunnen wurde 1927 errichtet. Die von dem Bildhauer Ludwig Isenbeck geschaffene Figur auf dem Pfeiler stellt Klaus Eckenbrecher dar, eine Romanfigur aus Raabes Werk „Der heilge Born“.

Den ehem. Standort des Niederen Tores bezeichnen heute zwei große Sandsteinpfeiler. Das Niedere Tor war eines der drei Stadttore Holzmindens. Seit langem ohne militärische Funktion, mußte es 1767 dem „modernen“ Ausbau der Karlstraße weichen. An seinen Standort erinnern die beiden 1995 errichteten Pfeiler, welche einige wichtige Daten aus der Stadtgeschichte nennen.

Darstellung einer Anis-PflanzeAnis

Anis gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler und kommt neben Mittel- und Südeuropa hauptsächlich in China, Rußland sowie in Spanien und Nordafrika vor. Die Anispflanze bildet graugrünliche bis graubräunliche, birnenförmige, etwa 2 mm lange, feingerippte und gestielte Spaltfrüchte aus. Aus ihnen wird durch Wasserdampfdestillation das Anisöl gewonnen.

Anis kommt in einer weiteren Variante als Sternanis vor.

Sein Duft ist kraftvoll, typisch, süß und krautig. Anis wird neben seiner parfümistischen Anwendung (begrenzt) auch in der Weihnachtsbäckerei verwendet.

In der Medizin wird dem Anisöl magenwärmende, krampflösende, verdauungsfördernde sowie schleimverflüssigende Wirkung zugeschrieben.

11. Pfefferminze | Rathaus

Rathaus

Rathaus HolzmindenErste Pläne für ein neues Schulgebäude legte Kreisbaumeister Friedrich Ludwig Haarmann 1843 vor. Bauplatz war der seit 1830 nicht mehr genutzte Friedhof an der heutigen Neuen Straße. Um billiger zu bauen, wurden die Pläne durch Maurermeister Ritterbusch überarbeitet, so daß nicht mehr zu entscheiden ist, wer letztendlich für die architektonische Gestaltung insbesondere der Fassade verantwortlich war. Baubeginn 1844; Einweihung 19. Oktober 1845. Nach Bau der Schule Karlstraße 1876/77 Umbau zum Rathaus.

Zweigeschossiger Massivbau von elf Achsen, verputzt, auf geböschtem Kellersockel; durch mehrere Gesimse gegliedert. Dreigeschossiger Mittelrisalit mit Dreieckgiebel. Durch Umbauten verändert, u.a. Dachgauben, Fenster, Verlegung der Eingänge etc.

Schräg gegenüber das älteste Gebäude der Kreisverwaltung. 1832 wurde Holzminden Sitz einer der neu eingerichteten braunschweigischen Kreisdirektionen. Arbeitete jene zunächst in gemieteten Räumlichkeiten, entstand 1839/1841 das bis heute von der Kreisverwaltung genutzte Gebäude an der Neuen Straße. Seinerzeit beherbergte es zugleich das Leihhaus, die Vorgängerinstitution der späteren Staatsbank und heutigen NORD/LB. Der erste Entwurf stammte von Friedrich Ludwig Haarmann, dem Gründer der Baugewerkschule. Die Gestaltung der repräsentativen Fassade geht jedoch zurück auf den Architekten und Schinkelschüler Carl Theodor Ottmer, den Erbauer des Schlosses in Braunschweig.

Der Bau wird beherrscht durch den stark vortretenden, fünfachsigen Mittelteil, welcher gegenüber den vierachsigen Seitenteilen durch Höhe und Gliederung hervorgehoben ist. Zwei Geschosse, darüber Mezzanin. Die Fenster des Obergeschosses sind durch Brüstungsfeld, Rahmung und Verdachung wesentlich reicher ausgestattet als jene des Erdgeschosses. Der heutige, in die Fassade eingetiefte Eingang nicht original: ursprünglich getrennte Eingänge für Kreisdirektion und Leihhaus in den Seitenteilen. Im Obergeschoß des Mitteltraktes ein dreigeteiltes Fenster mit bis in das Mezzanin reichendem Halbrundfenster.

Darstellung der PfefferminzePfefferminze

Die Pfefferminze gehört zu der Pflanzenfamilie der Lippenblütler. Sie ist fast auf der ganzen Welt heimisch. Die ausdauernde Pflanze ist 0,50 bis 1,00 m hoch. Die Blätter sind länglich, eiförmig bis lanzettlich. Es gibt viele Unterarten.

Die bekanntesten Pfefferminzearten sind Mentha arvensis (Cornmint) und Mentha piperita (Pepermint).

Pfefferminze wird durch Wasserdampfdestillation aus dem Kraut gewonnen. Die Ausbeuten sind sehr schwankend und liegen zwischen 0,5 und zwei Prozent, je nach Herkunft.

Die Pfefferminze spielt in der Parfümerie als „Frischegeber“ eine Rolle. Haupteinsatzgebiet neben vielfältigen pharmazeutischen Anwendungen (Einreibe- und Schnupfenmittel) ist die Mund- und Zahnpflege.

12. Weihrauch | Torhaus am Katzensprung

Torhaus am Katzensprung

Torhaus am Katzensprung1921 wurde ein an dieser Stelle befindliches Wohnhaus abgerissen, um Platz für einen Verbindungsweg zur Neuen Straße zu schaffen. Zwecks Erstellung neuer Wohnungen wurde der Weg 1922/1923 mit einem Torhaus nach Plänen des Stadtbaumeisters Leopold Scherman überbrückt. Allerdings diente dieses zunächst als Bürogebäude der Firma Eisenschmidt AG, welche für das letzte Quartal 1923 vier Milliarden Mark Miete zahlte. 1926 wurde in dem Gebäude das städtische Heimatmuseum eröffnet; lange Jahre beherbergte es ein privates Puppen- und Spielzeugmuseum.Zur Zeit steht es leer.

Im Bereich des Katzensprungs befinden sich Gedenktafeln für die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik und die Synagoge. Seit 1557 ist die Anwesenheit von Juden in Holzminden belegt. Im 18. und 19. Jahrhundert bestand hier eine blühende Gemeinde, die 1838 ihre Synagoge in nächster Nähe zum heutigen „Katzensprung“ errichtete. Nichts ist davon geblieben: die Menschen vertrieben oder ermordet, das Gotteshaus 1938 zerstört und 1968 endgültig abgebrochen. Im Durchgang des Torhauses wird hieran erinnert; östlich wurde am 9. November 1999 eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer aufgestellt.

Darstellung einer WeihrauchpflanzeWeihrauch

Die Weihrauchpflanze (Olibanum) gehört zu den Burseraceae und umfaßt zwei Arten: Boswellia sacra und B. frereana.
Ihre Heimat findet sich vornehmlich in Somalia, Süd-Jemen und Oman. Die B. frereana kommt nur in Nord-Somalia vor. Sie wachsen in bis zu 1200 m Höhe in karger Landschaft, zwischen Felsen und Klippen.
Der harzspendende Baum wird 1,50 bis 8,00 m hoch, er hat eine papierartig abblätternde Rinde und bildet bis zu 25 cm lange Blütentrauben aus.Stamm und Zweige scheiden ein gelblich-braunes Harz aus, das als zähe Masse herabläuft, z.T. verklumpt und erhärtet. Das Baumharz schmeckt etwas bitter und besitzt einen angenehmen, sehr typischen, balsamisch-würzigen und leicht koniferenartigen Duft.

Das Weihrauchöl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem Harz des Baumes gewonnen.
Weihrauch diente bereits bei den Ägyptern für kultische Zwecke als Räuchermittel, zum Einbalsamieren und Parfümieren. In der christlichen Welt spielt Weihrauch von der Mitte des ersten Jahrtausends bis heute in der katholischen Kirche, der Ostkirche, aber auch in der anglikanischen Kirche eine Rolle. In der Bibel wird Weihrauch mehrfach erwähnt.

13. Fichtennadel | Severinsches Haus

Severinsches Haus

Dreigeschossige Abart des in Holzminden weit verbreiteten Durchgangsdielenhauses mit einem dritten Geschoß. Datiert 1683. Reich verzierte Fassade mit Vorkragungen der einzelnen Geschosse. Auf den Schwellhölzern mehrere erbauliche Inschriften.

Eine Besonderheit des Holzmindener Raumes sind die Dächer (und Wandbekleidungen) aus Sandsteinplatten. Etwa zwischen Bodenwerder und Karlshafen findet sich ein Buntsandstein, der sich in dünne Platten aufspalten läßt. Ermöglicht wird dies durch reichlich in den Quarz eingebettete Glimmerplättchen, die hier nicht richtungslos im Gestein verteilt, sondern gut eingeregelt sind. Dadurch lassen sich Platten von verschiedener Stärke bis zu einer unteren Grenze von etwa 10 mm gewinnen. Um 1760 waren in Holzminden und den umliegenden Orten sämtliche Gebäude mit Sandsteinplatten gedeckt.

Darstellung eines Fichtenzapfens am BaumFichtennadel

Die Fichte gehört zur Familie der Pinaceae. Sie ist heimisch in den Alpen Zentraleuropas, besonders in den deutschen Mittelgebirgen, den Karpaten und Pyrenäen, dem Balkan und in Rußland (Sibirien). Letzteres ist Hauptlieferant weltweit.

Das Fichtennadelöl wird durch Wasserdampfdestillation aus frischen Nadeln, den nadeltragenden Zweigen und kleinen Ästen gewonnen.
Um 1 kg Öl zu produzieren, benötigt man ca. 500 kg dieser Ausgangsmaterialien.Sein Duft ist spezifisch, grün, harzig-würzig und kräftig-ausstrahlend.

Aus dem Saft heimischer Fichten synthetisierte Dr. Wilhelm Haarmann im Jahre 1874 erstmals Vanillin (siehe Stele 2).

14. Patchouli | Marktplatz

Marktplatz

Der Platz in seiner heutigen Größe ist erst eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts. Über die mittelalterliche Situation liegen keine Erkenntnisse vor. Später standen hier jedoch das Rathaus der Stadt sowie das Brauhaus, ersteres 1821 abgebrochen, letzteres 1858. Der große Brunnen in der Mitte des Platzes wurde 1891 vollendet, nachdem Holzminden die Wasserleitung erhalten hatte. Anläßlich des Stadtjubiläums 1995 wurde er umfassend restauriert.

In der Nordostecke des Platzes macht der „Ackerbürger“ Rast: Die Bronzeplastik eines Bauern erinnert an die Zeit, als angesichts der Wirtschaftslage Holzmindens viele Einwohner neben ihrem Handwerk zugleich landwirtschaftlich tätig waren. Dies erkennt man auch an vielen Fachwerkhäusern in der Altstadt: Sie zeigen noch mehr oder weniger deutlich, daß sie einst eine große Einfahrt besaßen, die auf die zweigeschossige Diele führte und mit dem Wagen befahren werden konnte.

In der Südostecke des Marktplatzes das Stadtrelief: Bronzerelief auf Sandsteinsockel, anläßlich der 750-Jahrfeier der Bestätigung des Stadtrechtes am Rande des Marktplatzes aufgestellt. Entwurf: Bildhauer Egbert Broerken. Dargestellt ist die Altstadt von Holzminden zwischen Weser und Haarmannplatz im Zustand des Jahres 1995. Deutlich erkennbar ist der halbkreisförmige Grundriß der Altstadt, angelehnt an die Weser, der auf mittelalterliche Verhältnisse zurückgeht.

Darstellung von PatchouliPatchouli

Der zu den Lippenblütlern zählende Strauch wächst im ganzen indonesischen Raum, in China sowie auf den Philippinen, Indonesien und Madagaskar.

Das Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten und fermentierten Blättern gewonnen. Um 1 kg Pachouliöl zu produzieren, benötigt man je nach deren Qualität ca. 35 bis 50 kg dieser Blätter.

Sein Duft ist stark holzig, balsamisch-süß sowie etwas krautig und walderdig.

In der Medizin wird dem Patchouliöl eine wundheilende, nervenberuhigende, kräftigende und aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.

15. Geranium | Duftbrunnen

Duftbrunnen

DuftbrunnenBei der Umgestaltung der ehemaligen Bundesstraße 64 (Obere Straße) zur Fußgängerzone im Jahr 2000 wurde bereits das Thema „Duft“ als ein Element in die Straßen- und Platzgestaltung aufgenommen. Neben dem Platz des Baumes und dem Platz des Wassers wurde der Platz der Düfte als eine Homage an die Duftindustrie Holzmindens errichtet.

Der kleine Platz aus gelben Betonplatten erhielt sechs Wasserspiele, die kleine Fontänen springen lassen.

Darstellung einer GeranienpflanzeGeranium

Von der zu den Geraniaceae gehörenden Pflanze sind über 300 Hybriden und Abarten bekannt. Die zur Gewinnung von Geraniumöl benutzten Pflanzen gehören zu den Pelargonien und werden in Marokko, Ägypten, der Sowjetunion, Frankreich, China, auf Réunion, Madagaskar und in Algerien kultiviert. Sie haben aber nichts mit den Geranien auf unseren Fensterbänken und in Vorgärten zu tun.

Das Geraniumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Grünteilen (nicht den Blüten) hergestellt, die während der Blütezeit geerntet werden. Zur Herstellung von 1kg Geraniumöl benötigt man 500 bis 1000 kg Pelargoniumblätter und -stengel.

Der Duft variiert nach Herkunft und Art. Er ist minzig, fruchtig und hat eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Rosennote. Er dient dem Parfümeur oft als Ersatz für das wesentlich teurere Rosenöl.

16. Hyazinthe | Ackerbürgerhäuser

Ackerbürgerhäuser

Bereits wenige Schritte vom Marktplatz - dem Zentrum der Stadt - entfernt finde man mittin in Holzminden ehemalige Bauernhäuser. Kennzeichnend ist die sehr hohe Diele, in die ein mit Getreidegarben oder Heu beladener Ackerwagen einfahren konnte. Der Dachraum dieser "Hallenhäuser" übernahm die Funktion der Scheune. Neben der Diele war vertikal Platz für zwei Geschosse.
An der Straßenseite befanden sich die WOhnräume, hinten im Haus Werkstätten und Stall. Diese Häuser sind Belege für die wirtschaftliche Ausrichtung vieler Holzmindener in der Vergangenheit: Obwohl Stadtbürger und Handwerker, lebten sie hauptsächlich von ihrer Länderei. Das waren die für Holzminden so oft erwähnten "Ackerbürger" - in Bronzeguss verewigt, sitze einer dieser Ackerbürger an der Einmündung der Mittleren Straße auf dem Marktplatz.
Im dreißigjährigen Krieg war die Stadt weitgehend zerstört worden. Das Haus Mittlere Str. 9, von Henrich Krekeler erbaut und 1674 datiert, ist ein typisches Beispiel für den anschließend einsetzenden Wiederaufbau. Dem zeitlichen Abstand zufolge ging dieser nur recht schleppend voran!

By Hedwig Storch (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia CommonsHyazinthe

Die Hyazinthe gehört zur Familie der Liliengewächse. Man nennt sie auch die Fürstin der Gartenblumen des ersten Frühlings. Ihre Heimat ist der östliche Mittelmeerraum. Die Wildpflanzen findet man in den öden Gebirgen der Türkei und der Levante.
Weitaus interessanter sind allerdings die durch Gärtner aus diesen relativ bescheidenen, aber intensiv duftenden Pflanzen gezüchteten Gartenformen. Unter phantasievollen Namen (City of Harlem, Delft Blue, Amsterdam Blushing Dolly) deuten sie auf die unübersehbaren Plantagenzentren in Holland (Harlem, Leyden, Alkmar) hin und füllen Seiten in den Katalogen.
Aus einer kugeligen Zwiebel wöcht ein bis zu 35 cm langer, robuster Schaft, der die ca. 10 cm langen Blütentrauben in den Farben blau, lila, rot, rosa, weiß und gelb trägt. Hyazinthen blühen relativ kurz von Februar bis Ende April. Deshalb müssen Ernte und Verarbeitung sehr schnell erfolgen. Aus den Blüten wird durch Extraktion über ein Concrète ein sehr teures Absolue gewonnen. Die Ausbeute ist sehr gering. Für das Concrète liegt sie bei ca. 0,1% und weniger, woraus nur etwa 50 % als Absolue gewonnen wird. Das Absolue der Hyazinthen riecht grün-blumig, intensiv süß und narkotisch und wird in blumigen Phantasieparfums eingesetzt.

Image By Hedwig Storch (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

17. Brot | Obere Straße

Obere Straße

Nach dem Bau der Weserbrücke (1885 eingeweiht) entwickelte sich im 20. Jahrhundert die Obere Straße zur Hauptstraße Holzmindens. Sie führte den Durchgangsverkehr vom westfälischen Ufer Richtung Solling durch die Stadt. Erst mit dem Bau der Umgehungsstraße samt neuer Weserbrücke verlor dieser Straßenzug wieder einen großen Teil seiner bisherigen Bedeutung und konnte zur Fußgängerzone ausgebaut werden.
Der Standort der Stele, nicht weit vom Haarmannplatz, befindet sich im östlichen Bereich der hier von Tünneckenhagen und Oberbachstraße begrenzten Altstadt. nur 410 Meter sind es bis zum Weserufer - und damit bis zum westlichen Rand der Altstadt. Frößer war die Holzminden im Hochmittelalter zugewiesene Fläche nicht! Dennoch genügte dies über Jahrhunderte. Erst im 18. Jahrhundert entstanden einige Gebäude vor der (Alt-)Stadt, im Bereich des heutigen Haarmannplatzes sowie an der Karlstraße. Ansonsten wuchs Holzminden erst im 19. und 20. Jahrhundert über die mittelalterliche Begrenzung hinaus.

An der Einmündung der Staße Tünneckenhagen wurde vor einige Jahren ein alter Brunnenschacht entdeckt, der jetzt durch ein im Pflaster erkennbare Sandsteinplatte verschlossen ist.

Bild eines Brotes, By Garitzko (Own work) [Public domain], via Wikimedia CommonsBrot

Brot ist ein traditionelles Nahrungsmittel, das aus einem Teig aus gemahlenem Getreide, Wasser, einem Treibmittel und je nach Sorte mit weiteren Zutaten gebacken wird.
Es werden zwei Grundarten von Brot unterschieden:
- gesäuertes Brot, das mit Hilfe von Treibmitteln (Sauerteig oder Hefe) hergestellt wird, wodurch es seine lockere Konsistenz bekommt;
- ungesäuerstes Brot, das gebacken wird, noch bevor die Sauerteiggärung beginnt, oft als Fladenbrot.

Daneben werden Brotsorten u.a. nach dem verwendeten Getreide (z.B. Weizen, Dinkel, Kamut oder Roggen), der Mehlart bzw. speziellen Zutaten (z.B. Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne) eingeteilt. Deutschland gilt als das Land, in dem die meisten Brotsorten - über 300 - gebacken werden. Im deutschen Sprachraum werden über 600 verschiedene Brotsorten angeboten. Seit etwa 10.000 Jahren baut der mensch Getreide zur eigenen Ernährung an. Ursprünglich wurde das Getreide gemahlen und mit Wasser vermengt als Brei gegessen. Neben der Bedeutung als Grundnahrungsmittel hat das Brot auch eine große symbolische bzw. spirituelle Bedeutung. Im Abendmahl der christlichen Liturgie gedenkt man damit der Kreuzigung Jesu Christi ("Christi Leib für dich gebrochen").

Image by Garitzko (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons