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Eine Stadt mit Geschichte und mit Glück, ist in der Lage durch die erhaltenen und vorhandenen Bauwerke ein wenig von Ihrer Geschichte zu berichten. In der Holzmindener Innenstadt gibt es, neben vielen mit Wesersandstein behangenen Gebäuden, eine Vielzahl solcher Sehenswürdigkeiten. Wir haben hier eine Liste mit historischen Gebäuden und Ihrer Geschichte erstellt. Diese erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele kleinere, liebevoll restaurierte Gebäude in den kleinen Nebenstraßen der Innenstadt, sind auch bei unseren Stadtrundgängen zu entdecken.

Marktplatz

Marktplatz

Der Platz in seiner heutigen Größe ist erst eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts. Über die mittelalterliche Situation liegen keine Erkenntnisse vor. Später standen hier jedoch das Rathaus der Stadt sowie das Brauhaus, ersteres 1821 abgebrochen, letzteres 1858. Der große Brunnen in der Mitte des Platzes wurde 1891 vollendet, nachdem Holzminden die Wasserleitung erhalten hatte. Anläßlich des Stadtjubiläums 1995 wurde er umfassend restauriert.

In der Nordostecke des Platzes macht der „Ackerbürger“ Rast: Die Bronzeplastik eines Bauern erinnert an die Zeit, als angesichts der Wirtschaftslage Holzmindens viele Einwohner neben ihrem Handwerk zugleich landwirtschaftlich tätig waren. Dies erkennt man auch an vielen Fachwerkhäusern in der Altstadt: Sie zeigen noch mehr oder weniger deutlich, daß sie einst eine große Einfahrt besaßen, die auf die zweigeschossige Diele führte und mit dem Wagen befahren werden konnte.

In der Südostecke des Marktplatzes das Stadtrelief: Bronzerelief auf Sandsteinsockel, anläßlich der 750-Jahrfeier der Bestätigung des Stadtrechtes am Rande des Marktplatzes aufgestellt. Entwurf: Bildhauer Egbert Broerken. Dargestellt ist die Altstadt von Holzminden zwischen Weser und Haarmannplatz im Zustand des Jahres 1995. Deutlich erkennbar ist der halbkreisförmige Grundriß der Altstadt, angelehnt an die Weser, der auf mittelalterliche Verhältnisse zurückgeht.

Severinsches Haus

Severinsches Haus

Dreigeschossige Abart des in Holzminden weit verbreiteten Durchgangsdielenhauses mit einem dritten Geschoß. Datiert 1683. Reich verzierte Fassade mit Vorkragungen der einzelnen Geschosse. Auf den Schwellhölzern mehrere erbauliche Inschriften.

Torhaus am Katzensprung

Torhaus am Katzensprung

Torhaus am Katzensprung1921 wurde ein an dieser Stelle befindliches Wohnhaus abgerissen, um Platz für einen Verbindungsweg zur Neuen Straße zu schaffen. Zwecks Erstellung neuer Wohnungen wurde der Weg 1922/1923 mit einem Torhaus nach Plänen des Stadtbaumeisters Leopold Scherman überbrückt. Allerdings diente dieses zunächst als Bürogebäude der Firma Eisenschmidt AG, welche für das letzte Quartal 1923 vier Milliarden Mark Miete zahlte. 1926 wurde in dem Gebäude das städtische Heimatmuseum eröffnet; lange Jahre beherbergte es ein privates Puppen- und Spielzeugmuseum.Zur Zeit steht es leer.

Im Bereich des Katzensprungs befinden sich Gedenktafeln für die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik und die Synagoge. Seit 1557 ist die Anwesenheit von Juden in Holzminden belegt. Im 18. und 19. Jahrhundert bestand hier eine blühende Gemeinde, die 1838 ihre Synagoge in nächster Nähe zum heutigen „Katzensprung“ errichtete. Nichts ist davon geblieben: die Menschen vertrieben oder ermordet, das Gotteshaus 1938 zerstört und 1968 endgültig abgebrochen. Im Durchgang des Torhauses wird hieran erinnert; östlich wurde am 9. November 1999 eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer aufgestellt.

 

Rathaus

Rathaus

Rathaus HolzmindenErste Pläne für ein neues Schulgebäude legte Kreisbaumeister Friedrich Ludwig Haarmann 1843 vor. Bauplatz war der seit 1830 nicht mehr genutzte Friedhof an der heutigen Neuen Straße. Um billiger zu bauen, wurden die Pläne durch Maurermeister Ritterbusch überarbeitet, so daß nicht mehr zu entscheiden ist, wer letztendlich für die architektonische Gestaltung insbesondere der Fassade verantwortlich war. Baubeginn 1844; Einweihung 19. Oktober 1845. Nach Bau der Schule Karlstraße 1876/77 Umbau zum Rathaus.

Zweigeschossiger Massivbau von elf Achsen, verputzt, auf geböschtem Kellersockel; durch mehrere Gesimse gegliedert. Dreigeschossiger Mittelrisalit mit Dreieckgiebel. Durch Umbauten verändert, u.a. Dachgauben, Fenster, Verlegung der Eingänge etc.

Schräg gegenüber das älteste Gebäude der Kreisverwaltung. 1832 wurde Holzminden Sitz einer der neu eingerichteten braunschweigischen Kreisdirektionen. Arbeitete jene zunächst in gemieteten Räumlichkeiten, entstand 1839/1841 das bis heute von der Kreisverwaltung genutzte Gebäude an der Neuen Straße. Seinerzeit beherbergte es zugleich das Leihhaus, die Vorgängerinstitution der späteren Staatsbank und heutigen NORD/LB. Der erste Entwurf stammte von Friedrich Ludwig Haarmann, dem Gründer der Baugewerkschule. Die Gestaltung der repräsentativen Fassade geht jedoch zurück auf den Architekten und Schinkelschüler Carl Theodor Ottmer, den Erbauer des Schlosses in Braunschweig.

Der Bau wird beherrscht durch den stark vortretenden, fünfachsigen Mittelteil, welcher gegenüber den vierachsigen Seitenteilen durch Höhe und Gliederung hervorgehoben ist. Zwei Geschosse, darüber Mezzanin. Die Fenster des Obergeschosses sind durch Brüstungsfeld, Rahmung und Verdachung wesentlich reicher ausgestattet als jene des Erdgeschosses. Der heutige, in die Fassade eingetiefte Eingang nicht original: ursprünglich getrennte Eingänge für Kreisdirektion und Leihhaus in den Seitenteilen. Im Obergeschoß des Mitteltraktes ein dreigeteiltes Fenster mit bis in das Mezzanin reichendem Halbrundfenster.

Raabe-Brunnen

Raabe-Brunnen

Raabe-Brunnen in HolzmindenDer an Wilhelm Raabe erinnernde Brunnen wurde 1927 errichtet. Die von dem Bildhauer Ludwig Isenbeck geschaffene Figur auf dem Pfeiler stellt Klaus Eckenbrecher dar, eine Romanfigur aus Raabes Werk „Der heilge Born“.

Alte Mühle

Kolk / Alte Mühle

Das Wort „Kolk“ bezeichnet einen versumpften Teich, der sich hier einst befand. In ihn mündete das Wasser des durch Oberbach- und Unterbachstraße fließenden Mühlengrabens, bevor es in die Weser floß. Damals stand hier die sog. Fetkötersche Mühle. Die heutige Bebauung stammt aus dem Jahre 1987.

Der große, den Weserkai beherrschende Speicher entstand 1940/41 im Zusammenhang einer 1938 einsetzenden reichsweiten Planung für Getreidespeicher. Architekt Prof. E. Fahrenkamp, Berlin/Düsseldorf. Angesichts der Lage direkt an der Altstadt seinerzeit sorgfältige Planung der Fassadengestaltung; Dachdeckung mit den ortsüblichen Sandsteinplatten.

In der Straße Goldener Winkel das „Raabe-Haus“. Hier verbrachte der 1831 in Eschershausen geborene Schriftsteller Wilhelm Raabe im Haus Nr. 3 einen Teil seiner Kindheit.

Wrisbergscher Hof

Wrisbergscher Hof

Der seiner Restaurierung harrende Wrisbergsche Hof ist der einzige noch erhaltene Adelshof der Stadt Holzminden. Seinen Namen trägt er nach früheren Besitzern aus der Familie von Wrisberg in Wrisbergholzen. Das verbliebene Haupthaus stammt aus dem späten 17. Jahrhundert.

Altes Pfarrhaus

Altes Pfarrhaus

Ehemaliges Querdielenhaus mit zweigeschossiger Utlucht an der Nordseite, inschriftlich datiert 1662. Städtebaulich hervorgehoben durch die exponierte Lage direkt an der Weser. Zeitweise Wohnung des Pastors der Lutherkirche. Obergeschoß und Dachgeschosse vorkragend. Teilweise erneuert, insbesondere die gesamte Giebelfront zur Weser.

Tilly-Haus

Tilly-Haus

Tilly-Haus in HolzmindenSeinen Namen erhielt dieses Gebäude, weil der Sage nach in ihm während des Dreißigjährigen Krieges der Feldherr Tilly übernachtet haben soll – was allerdings nicht belegt werden kann. Interessant an dem mehrfach umgebauten Haus ist das eindrucksvolle, inschriftlich auf 1609 datierte Renaissanceportal. Dieses Datum dokumentiert allerdings nur die Aufstellung des Hauses in Holzminden: Zuvor stand es in Bevern, vermutlich im Bereich des heutigen Schloßareals. Naturwissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß die Eichen des Dachgebälks bereits zwischen 1550 und 1558 gefällt wurden.

 

Reichspräsidentenhaus

Reichspräsidentenhaus

Am Anfang stand 1927 die Idee des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, dem verstorbenen Reichspräsidenten Ebert sowie den ermordeten Ministern Erzberger und Rathenau einen Gedenkstein zu errichten. Allmählich wandelten die Planungen sich auf Anregung der Stadtverwaltung dahingehend, daß ein Gebäude mit Jugendheim und zwei Wohnungen für Kriegshinterbliebene entstehen sollte als ein parteiübergreifendes Monument zur allgemeinen Ehrung der Institution des Reichspräsidenten. Als Torhaus überbrückte es den 1910 entstandenen Straßendurchbruch zwischen Altstadt und Hafendamm. Die Planung übernahmen Studienrat Walther Schrader und Stadtbaurat Leopold Scherman. Schon im September 1928 zerbrach die politische Einigkeit der beteiligten Gruppierungen mit dem Rückzug des Stahlhelms; dennoch konnte am 6. September 1929 das „Reichspräsidentenhaus“ eingeweiht werden. Die Inschrift in der Durchfahrt wandelte sich mehrfach, dem jeweils herrschenden politischen Wind entsprechend – zunächst 1933. Ihre letzte Ergänzung fand sie im Jahre 1990.
Das Glockenspiel mit dem „Meisterumzug“ der Absolventen der Fachhochschule, geschaffen durch den Bildhauer Hasso Korn-Hohenhau, wurde am 22. Oktober 1961 der Öffentlichkeit übergeben. (Meisterumzug 9, 12, 15 u. 18 Uhr).